Schwerpunkttext des Monats:

Gießgeräte Zahntechnik
(Englisch: Casting machines for dental technology)

Gießgeräte sind elektrische Geräte für den Guss geschmolzener zahntechnischer Materialien. Dies sind meist Metalle, aber auch Glas(-Keramik) und Kunststoffe (Spritzguss). Zwei funktionelle Anteile sind zu unterscheiden, Schmelzen und Gießen.

Das vorher feste Material wird durch Zufuhr von Wärme in einem Tiegel (meist aus Keramik oder Kohlenstoff) oft unter Temperaturkontrolle geschmolzen und so zu einer flüssigen Schmelze.

Unterschiedliche Typen von G. nutzen verschiedene Arten der Wärmeerzeugung: Das Lichtbogenschmelzen (stromzuführende Gasentladung an Wolframelektrode) wird vor allem für den Titanguss eingesetzt.

Andere metallische Werkstoffe, etwa Edelmetall- und Nichtedelmetall-Legierungen lassen sich auch mit einer präzise eingestellten offenen Flamme (Propan/Butan-Sauerstoff, „Flammenguss“) und Hochfrequenzschmelzen (wassergekühlte Wechselstrom-Induktionsspulen induzieren Wärme im Schmelzgut) verflüssigen. Widerstandsschmelzen erreicht meist nur für das Schmelzen von Edelmetallen ausreichend hohe Temperaturen.

Die Gussform entsteht in der Regel, indem das gewünschte Gussobjekt zunächst in Wachs oder Kunststoff erstellt (z.B. aufgewachst, modelliert) und in einer Gussmuffel in zunächst fließfähige (zum Ausgleich der Erstarrungsschrumpfung gesteuert expandierend) erhärtende Guss-Einbettmasse eingebettet wird. Durch Erhitzen der Muffel in einem sogenannten „Vorwärmofen“ werden Wachs oder Kunststoff rückstandslos ausgebrannt („Auswachsen“). So entsteht eine feuerfeste, später zu zerstörende, deshalb nur einmalig verwendbare „verlorene“ Hohlform. Sie wird bis unmittelbar vor dem Gussvorgang allmählich erhitzt und spätestens jetzt in eine Halterung im G. umgesetzt. Nun muss die im G. erzeugte Schmelze in die Form einfließen und eingepresst werden.

Die dazu erforderliche Kraft kann auf unterschiedliche Weise aufgebracht werden. Je nach System wirken einzeln oder kombiniert Schwerkraft (Kippmechanismen), Druckluft („Druckguss“), Vakuum („Vakuumguss“) oder „Fliehkraft“/“Zentrifugalkraft“ („Schleuderguss“). Da die Abkühlung der Schmelze (möglichst in Form einer „gerichteten Erstarrung“, zunächst der randständigen, dünnen und tiegelfernen Bereiche) zu einer Schrumpfung, also einem Volumenverlust führt, muss die Konstruktion des G. außerdem eine „Nachspeisung“ der im Überschuss vorhandenen, noch flüssigen Schmelze gewährleisten.

Zum Schutz der Schmelze vor Oxidation werden in G. diverse Maßnahmen ergriffen, so etwa die Erzeugung von Vakuum zum Absaugen unerwünschter Gase aus der und durch die Einbettmasse, das Gießen unter Schutzgasatmosphäre (etwa Argon) oder die Verwendung spezieller Tiegel aus Graphit, bei dessen oberflächlichem Abbrennen während des Gusses die Gase CO2 (Kohlendioxid) als Schutzgas und CO (Kohlenmonoxid) als Reduktionsmittel freigesetzt werden. Beim Guss mit offener Flamme wird in der „reduzierenden Arbeitszone“ ebenso CO frei, auch das Hinzufügen von Schmelzpulver kann hier Oxidation verhindern.


Wort des Tages:

Weichgewebekonditionierung
(Englisch: soft tissue conditioning)

Gezielte Schonung, Erhaltung, Stützung und Umgestaltung des den Zahn umgebenden Zahnfleisches mit Chirurgie, Prophylaxe, Zahnersatz, um optimale parodontale Gesundheit und "Rote Ästhetik" zu erreichen